Sportfischerverein Hitdorf 1938 e.V. 

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Der Große Dehlensee entstand in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts  durch Sand und Kiesabbau. In der Zeit bis etwa 1980 vergrößerte sich der See auf 12,6 Hektar. Am Ende der Auskiesung wurde das Gewässer nicht rekultiviert (damals gab es halt noch keine Auflagen). Die  Ufer sind überwiegend ziemlich steil und der Gewässergrund ist daher nur mäßig strukturiert. Die im Uferbereich  wachsenden Bäume und Sträucher stehen den Fischen nur bedingt bei Hochwasser  als Laichmöglichkeit und den Jungfischen als Unterschlupf  zur Verfügung. Aus Gründen einer optimaleren Bewirtschaftung bzw.. Ertragssteigerung sind in Zukunft Maßnahmen erforderlich, die die Lebensmöglichkeiten für Fische entscheidend verbessern. Im Folgenden findet man eine kleine Dokumentation der durchgeführten Aktionen.

 

 

 

Am 02.01. + 03.01.06 brachten wir an drei Stellen 80 Tannenbäume ins Gewässer ein, die als Laichhilfen und Unterstände  dienen sollten.

 

 

Die Bäume  wurden zuerst mit Ankern aus

Steinen bestückt und dann an Ihren Platz  gebracht. Als die Bäume ausgebracht  wurden herrschte Niedrigwasser, was uns in die Lage versetzte die Bäume gezielt in unterschiedlichen Tiefen zu versenken. Die Plätze an den die Bäume  versenkt  wurden mussten gut gewählt werden.

     
 

Einerseits mussten Stellen gesucht  werden, die in der Zeit der Eiablage und Schlupf der Jungfische, die richtige Wassertiefe hatten, anderseits durften sie auch nicht zu nah an den Angelplätzen liegen damit sie die Fischerei nicht behinderten.

 

 

Anfang Februar 2006 hatten  wir Besuch eines Dipl. Biologen vom Rheinischen Fischereiverband.

Als Maßname zur Strukturverbesserung schlug er  vor:

1. Anlage von Flachwasserzonen

2. Teilnahme an einem Gewässeruntersuchungsprogramm des

    Rheinischen Fischereiverbandes.

3. Einbringen von bepflanzten Schwimminseln.

 

 

 

 
 

Ende April 2006 starteten  wir einen Versuch mit einer Schwimminsel von10m². 

Die Insel bestand aus fünf Schwimmelementen und zwei vorgezogenen Pflanzmatten die mit Röhricht, Binsen und anderen Sumpfpflanzen versehen waren. Die Insel wurde von uns selbst montiert und im See verankert.

 

 

     
  Da bei uns im Gewässer Bisamratten vorkommen, hatten wir sicherheitshalber den Gitterzaun der Schwimminsel zusätzlich mit Kaninchendraht gesichert. Diesen Zaun mussten wir in der Zwischenzeit öffnen, da Blesshühner die Insel als Brutplatz nutzten und die schlüpfenden Jungen damit gefangen waren. Diese Öffnungen wurden von den Bisamratten natürlich sofort genutzt um auf der Insel die Ernte zu beginnen. Innerhalb kurzer Zeit waren am Ufer überall abgefressene Wasserlilienblätter zu finden. Die verbleibende Vegetation wurde dann schon frühzeitig im Herbst braun. Über den Winter wurden die restlichen Pflanzenteile von den Wasservögeln, die die Insel als Ruheplatz nutzten, so zerpflückt das im Folgejahr kein Neuaustrieb mehr er folgte. Damit ist das Thema Schwimminsel vorerst erledigt und wir werden uns verstärkt um natürliche Anpflanzungen kümmern.

 

 

Im Juli 2006 begann die Gewässeruntersuchung mit einer Stellnetzbefischung. Diese Befischung hatte das Ziel, Fische verschiedener Arten zu fangen um  diese anschließend im Labor auf ihren Ernährungszustand und ihr Abwachsen hin zu untersuchen.

 

 

Die Befischung wurde von zwei Fischereibiologen

des Verbands mit der Unterstützung von Vereinsmitgliedern durchgeführt.

5 Multimaschennetze mit je 42m Länge, 3m Höhe

sowie verschiedenen Maschenweiten von 6 bis 75 mm wurden vom 19. auf den 20. Juli ausgelegt.

     
 

     
 

Die in der Nacht gefangenen Fische waren im Großen und Ganzen noch fit.

Wie man auf dem Foto gut sehen kann. Um vor allem die Karpfen schnell und so schonend  wie möglich aus dem Netz zu befreien, zerrissen die Fischereibiologen so manchen m² Netz. Es  wurden ein kleiner Hecht, ein Rotauge, acht Karpfen und über 240 Barsche gefangen. Auffällig  war die  hohe Zahl der gefangenen Barsche.

 

 

Am 20.August und am 10.Dezember 2006 fanden dann umfangreiche Messungen und Probenentnahmen für die biologischen-, chemischen Untersuchungen durch Herrn Kreymann vom Rheinischen Fischereiverband statt.

 

  Die Untersuchungen hatten das Ziel, die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Gewässers zu erfassen sowie das entsprechende Nährstoff- und Nährtierangebot im Freiwasser und am Gewässerboden zu bestimmen. Aus den Ergebnissen können Empfehlungen für eine künftige Gewässerbewirtschaftung abgeleitet werden.

     

 

Die Untersuchung setzte sich aus

mehreren Teilen zusammen.

-Vertikalprofil:

Tiefe, Sauerstoffgehalt, Temperatur,

Leitfähigkeit und pH-Wert

-Sichttiefe

-Chemische Parameter:

Ammonium, Nitrit, Nitrat,

Gesamtphosphor, Karbonathärte und Chlorophyll-a.

-Phytoplankton (Pflanzen Plankton).

-Zooplankton (Tierisches Plankton).

-Makrozoobenthos (Tierische Organismen im Gewässerboden).

 

 

Um die Aktion mit den Tannenbäumen vom Vorjahr zu unterstützen und weiter fortzuführen begannen  wir gleich nach Neujahr 2007 mit dem Einbringen von Totholzbündel.

 

 

     
 

Die Totholz und Reisigbündel wurden auf zwei unter schiedliche Arten ins Gewässer eingebracht.

Die größeren Totholzbündel wurden am Ufer befestig,

 wo sie bei normalem Wasserstand unter Wasser sind.

Die kleineren Reisigbündel  wurden mit Steinankern versehen und  vor den Totholzbündel versenkt.

 

 

2008 begannen wir mit einer kleinen Tannenbaumaktion gefolgt von dem Einbringen von Reisigbündel. Anfang Juli 08 begannen wir an drei Stellen des Gewässers Schilf zu pflanzen. Hintergrund dieser Aktion ist in erster Linie die Schaffung von natürlichen Unterständen und Laichplätzen für Fische, so wie als Lebensraum für Fischnährtiere. In zweiter Linie soll das Wurzelwerk des Schilfes die Uferböschung festigen und ein weiteres Abschwämmen von Erdreich verhindern.

 

 

 

Anfang Juli bekamen wir einen schönen großen Karton,

in dem 1000 Schilfpflanzen fein

säuberlich gestapelt waren.

 

Da wir nicht alle Pflanzen auf einmal einbringen konnten, bauten wir aus einer Plane und Rasenkantensteinen ein Becken

zur Lagerung der Pflanzen.

 

 

 

  An drei verschiedenen Stellen wurden die ersten Pflanzen eingebracht.

In fünf Aktionen wurden alle

1000 Schilfpflanzen eingepflanzt.

 

 

  Nach drei Wochen schaute es bei den meisten Pflanzen sehr gut aus. Wir hatten zwar auch schon den einen oder anderen Ausfall. Aber wir fanden auch Pflanzen die von Kaninchen abgefressen wurden oder zu früh trocken gefallen sind und deshalb im oberen Bereich verdorrt waren wieder ausgetrieben.
   
  Ob und in welchem Umfang die Pflanzen erfolgreich Anwachsen und sich weiter Ausbreiten wird sich frühestens im nächsten Jahr herausstellen.

 

  Dies  war nun eine kleine Zusammenfassung der gewässerverbessernden Maßnahmen, die unser Verein am Großen Dehlensee bereits  durchgeführt hat. In den nächsten Jahren  werden  wir den begonnenen Weg  weiter gehen. Über die nächsten Aktionen werden wir hier auf der Seite berichten.
     
  Petri Heil